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O Gott lass
sterben, Bitterkeit und Hass...
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ein Requiem für die Opfer der
immerwährenden Kriege –
Musik*: Requiem aeternam...
IN
MEMORIAM MARTN LUTHER KING
Ich hatte einen Traum
der kannte keinen Hass,
keine Gewalt.
„Dieser Traum ist böse“,
sagten die Leute.
Sie zerstörten den Traum
mit Gewalt.
Gedenktage wecken Erinnerungen
an Vergangenes.
„Wenn
ich über die Vergangenheit schreibe, schreibe ich über die Gegenwart. Dabei ist
nicht das Problem, wie verbinde ich die Vergangenheit mit der Gegenwart, denn
beide sind Teil von uns.“
Diese
Worte von Edward Bond regen zum Nachdenken an. Immer wieder stellte er die
Frage:
Und er
weiß, dass diese Hoffnung, nicht aus blindem Vertrauen in die Zukunft, sondern
aus dem Wissen des Vergangenen wächst.
Musik: Requiem aeternam...
Zwischen Stalingrad und
Nirgendwo
Was hat der junge Soldat gesagt?
„Ich komme nicht wieder.
Viele kommen nicht zurück“
Todesahnung war alles
Was er hinterließ.
Wer kennt die Trauer
der Mütter,
der Witwen,
der Bräute?
Wer nennt
den namenlosen Schmerz
Der Verlassenen ?
Viele kamen nicht zurück.
Einer kam zurück,
den hat seine Frau
nicht wieder erkannt,
so verstört war der.
Zerstört an Leib
und Seele.
Als er in den Krieg zog,
war er jung,
voller Hoffnung war er,
als er in den Krieg zog.
´Ich kämpfe für Recht
und Vaterland´,
dachte er,
der in den Krieg zog.
Als der Krieg zu Ende war,
kam ein Krüppel nach Haus.
„Ich kenne dich nicht“,
sagte die Frau,
als er nach Hause kam,
„du bist nicht der,
der bei mir war vor Jahren“.
Und er, der Stalingrad
und russische Gefangenschaft
überlebte,
stand draußen vor der Tür,
suchte sein Zuhause.
Zwischen Stalingrad und
Nirgendwo...
*
Sprechchor:
O Gott,
lass sterben Bitterkeit und Hass
geboren aus der Qual
den Wunden
die das Leben schnitt.
Lass Früchte reifen
wo keine Hoffnung mehr
auf Blühen ist
.
Benetze mit Deinem Tau
die Erde
daß NEUES LEBEN
selbst aus Gräbern werde.
* * * *
Die Trude hatte sechs Söhne
geboren.
Prächtige Söhne hatte sie
großgezogen.
Fünf Söhne hat ihr der Krieg
geraubt
.
Hatte sie nicht täglich
Gottes Segen
auf sie herab gefleht?
Oder war es ein Segen
nicht zu leben
in dieser Zeit ?
War es besser
getötet zu werden
als töten zu müssen?
Wie hat sie
diese Last getragen
?
Den Mann
und die Söhne verloren.
Alle.
Auch den jüngsten
hat ihr der Tod noch geraubt.
O Gott,
lass sterben Bitterkeit und
Hass!
Musik aus. dem Requiem von. J. Brahms:
Ihr habt nun
Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen,
und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll
niemand von euch nehmen.
Sehet mich an; ich habe eine kleine Zeit Mühe und Arbeit gehabt,
und habe großen Trost gefunden.
Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.
Zerstörte Seelen
Liebe hatte er gesucht
jahrelang
aber Gewalt hat er gefunden
Gewalt immer nur Gewalt
Nach dreißig Jahren
war er kein Mensch mehr
das Messer
in seiner Hand
stach zu
er wußte nicht, wie.
Traf die, die Mitleid hatte,
die nicht war, wie die andern.
Die andern waren gleichgültig.
´Das ist besser, dachte er,
´Mitleid ist schlimm,
wenn du Liebe brauchst´.
*
Sprechchor:
O Gott
lass sterben Bitterkeit und
Hass,
geboren aus der Qual,
den Wunden,
die das Leben schnitt.
Lass Früchte reifen,
wo keine Hoffnung mehr
auf Blühen ist.
*
unter dem Herzen,
über mir
Fluggeschwader.
Die Mächtigen
rüsten zum Kampf.
Dumpfer Aufprall
aus der Ferne
bevor das Heulen
der Sirenen
ertönt.
Rauch steigt zum
Himmel
wälzt sich über
die rote Spur im
Sand.
Ich trage ein Kind
unter dem Herzen
während der Tod
über die Erde tanzt.
Zu welchem Gott
soll ich beten?
ZU Allah und dem Propheten?
Zu Jahwe, dem
gerechten Vergelter,
der Gericht hält
auf Erden
und Frevler läßt verderben ?
Zum dreieinigen
Gott der Christen?
Zu welchem Gott
soll ich flehen,
wenn die Mächtigen
Krieg
über die Erde säen ?
Ich suche den Gott,
der Juden, Christen
und Moslems vereint,
der unserm Bewußtsein
noch nicht erscheint.
Zu IHM will ich flehen,
wenn die Mächtigen Krieg
über die Erde säen.
*
Musik: Sanctus
Ich hatte einen Traum,
der kannte keinen Hass
keine Gewalt.
Wer stündlich die Nachrichten hört,
verliert seine Träume,
diesen letzten Rest
von Himmel in uns
Der
Reporter riss mich aus den Träumen. Er war an den Kriegsschauplätzen am Golf,
im Gazastreifen, in Bosnien, in Ruanda und berichtete.
Er
sprach mit dem kleinen serbischen Jungen, dem das Entsetzen ins Gesicht
geschrieben war, als er völlig fassungslos erzählte: „sie haben auf mich
geschossen, sie schießen auf Kinder...“
Er sah
auch das kleine Moslemmädchen, das tot im Straßengraben lag, auf dem Weg zur
Schule getötet von einem serbischen Schützen.
Er
sprach mit der jungen Frau im Irak, die ihr Kind geboren hat, als die Bomben
fielen...
Er sah
die sterbenden Menschen in Ruanda, für die jede Hilfe zu spät kam.
Er
hörte das Gespräch des israelischen Piloten mit seiner Tochter...
Wollten
wir nicht dauerhaften Frieden, als der 2. Weltkrieg zu Ende war?
Und
was geschieht, ist doch das Gleiche. Auch im Auftrag des Friedens geschieht
Gewalt.
*****
IRGENDWO
IST IMMER KRIEG
Stimmen im Wechsel:
Krieg in Vietnam
Krieg
in Korea
Krieg
im Kosovo
Krieg
im Gaza
Krieg
im Irak
Krieg
in Afghanistan
Krieg
in Ägypten,
Krieg
in Tunesien,
in
Libyen, in Syrien
Irgendwo
ist immer Krieg
Irgendwo
ist immer Krieg
„Die
Bomben
fielen zielgenau
wir
haben alle
militärischen
Stützpunkte
des
Feindes
zerstört“,
meldet
der Pilot.
Die
Menschen,
die
es traf,
sieht
er nicht.
Im
Lazarett
die
Schwestern
huschen
wie Schatten
zwischen
den Elenden
hin
und her,
Dem
einen
haben sie
das
Gesicht zerschossen,
dem
anderen die Brust,
dem
die Arme,
jenem
die Beine.
Verstümmelte
Leiber,
Bäche
von Blut,
schmerzender
Anblick
geschundener
Kreatur.
Die
Tochter
des
Piloten
fragt:
„Papa,
warum
hast
du das getan?“
Der
Pilot antwortet:
„Für
den Frieden
habe
ich das
getan.“
„Nei-ei-n-n“.
Der
gellende
Schrei
wächst
wie
eine Mauer
zwischen
Vater und Kind.
*
Chopin: Revolutionsmusik
AUFSTAND DER FRAUEN
- eine Utopie? -
Ich sah
die Maruschka weinen,
fassungslos weinen
um ihren Sohn,
gefallen bei Grosny.
Die Tschetschenin
in heller Verzweiflung
schlug sich
mit ihren Fäusten
die Brüste wund.
Sie verlor den Mann
und zwei Söhne.
Wo bleibt
der Aufstand der Mütter?
Ich hörte den Ruf:
„Frauen der Welt
vereinigt Euch!
Stimmt gegen
Krieg und Gewalt.“
Und siehe da,
die Frauen wurden gehört.
Die Gleichberechtigten
hatten die wehrhaften
Kriegsherren überstimmt.
Die Frauen waren
in der Überzahl.
Und immer höre ich
Den Ruf:
„Frauen der Welt,
vereinigt Euch!
Lasst nicht zu,
dass eure
Männer und Söhne
Opfer werden
sinnloser Gewalt.
Frauen der Welt,
vereinigt Euch!“
Chopin:
Revolutionsmusik (Etude No 12)
Ich
hatte einen Traum
Der
kannte keinen Hass,
keine
Gewalt.
Sprechchor:
O Gott
lass sterben Bitterkeit und
Hass,
geboren aus der Qual,
den Wunden,
die das Leben schnitt
Lass Früchte reifen,
wo keine Hoffnung mehr
auf Blühen ist.
Benetze mit Deinem Tau
die Erde
dass NEUES LEBEN
selbst aus Gräbern werde!
Musik: Agnus Dei
Das
tägliche Brot
Vater im Himmel,
unser täglich Brot gib uns heute
und
vergib uns unsere Schuld,
wie
auch wir vergeben...
Vergeben
wir wirklich?
Ist es
nicht so, dass wir
täglich
an diesem
Versprechen
scheitern?
Vater
im Himmel,
Dein
Reich komme,
das
keine Vergeltung kennt
Schenke
uns Frieden
und Brot für die Welt.
Musik
* Hinweise zur Musik stellen Vorschläge für eine Aufführung dar.
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Der
verspätete Frühling
Heuer kamen sie
spät
die weißen
Glöckchen,
die sonst das
Eis,
den Schnee nicht
scheuten.
Längst war der
Schnee geschmolzen
kein Blümchen
noch zu sehen
Der Boden
winterhart.
Die Märzensonne
hat es dann
geschafft,
gleich
hundertfach sprießt
überall die
weiße Pracht
der Garten
übersät mit Glöckchen
Jetzt läuten sie
den Frühling ein
Verstohlen
mischen sich
Schlüsselblumen,
Krokus und
Narzissen dazwischen.
Und unten am Bach
sieht man die Wiese prangen
Gänseblümchen, Sonnenscheinchen
und die leuchtend gelben Sternchen
wie von Meisterhand geschnitzt
blühen sie um die Wette.
Am Wegesrand verschämt
die zarten scheuen Anemonen
und hie und da
ein allerliebstes Veilchen.
Man möchte jubeln und bitten:
O Frühling bleibe noch ein Weilchen.
*
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Wachen und Traum
Noch nehme ich
sie wahr,
die Boten des
Frühlings
Noch trifft
das Zwitschern
der Vögel mein
Ohr
Noch erfreut
sich das Auge
an zaghaft
sprießendem Grün
Noch atme ich
berauscht den
Blütenduft
der ersten
Frühlingsboten
Und träume
von der Glut des
Sommers
von goldenen
Früchten
im Herbst
Ich träume
von ewiger Ruhe
im Winterschlaf
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